Antrag das Brauchtum der Sylvester-Knallerei auf kommunalem städtischen Gebiet zu verbieten

Ein Antrag von: Eberhard Ritter

Der Rat möge beschließen:

Das Zünden von Feuerwerkskörpern im Stadtgebiet von Xanten zu verbieten. Alternativ kann notfalls die Kommune ein zentrales auf dem Marktplatz ausrichten.

Begründung: 

Die Deutschen geben regelmäßig mehr als 130 Millionen Euro im Jahr für ihr Silvesterfeuerwerk aus. Die Raketen setzen viel gesundheitsgefährdenden Feinstaub frei. 

Das Umweltbundesamt hat bekannt gegeben, dass jedes Jahr ungefähr 4.500 Tonnen Feinstaub an Silvester entstehen. Im Straßenverkehr brauchen alle Autos und LKW in Deutschland etwa zwei Monate, um so eine große Menge Feinstaub freizusetzen.

Immer mehr deutsche Städte verbieten zu Silvester das Zünden von Feuerwerk in den Innenstädten oder bestimmten Orten – zuletzt kam Hannover hinzu. Schwerpunkte gibt es in Niedersachsen und Bayern. 

Feierwütige machen sich einen Spaß daraus, anderen Böller direkt vor die Füße, unter parkende Autos oder Richtung fahrender Busse zu werfen. Dadurch werden Menschen verletzt und Unfälle verursacht. Zudem werden immer öfter Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr attackiert.

Der Lärm hält oft stundenlang an, verunsichert alle Haustiere. Die Feinstaubbelastung verschmutzt die Luft stark und die Müllberge liegen teilweise noch tagelang auf den Bürgersteigen. 

Hannover hat das Mitführen und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern und Raketen in der Innenstadt für Silvester verboten.  Düsseldorf und Dortmund haben das Silvester-Feuerwerk eingeschränkt. In der gesamten Düsseldorfer Altstadt herrschte striktes Knallverbot. In Dortmund wurden das Gebiet um den Hauptbahnhof und einige besonders belebte Plätze in der Innenstadt zur pyrofreien Zone erklärt. Göttingen hat bereits vor zwei Jahren das Böllern in der Innenstadt verboten. In Bremen dürfen auf dem Marktplatz keine Böller gezündet werden. Weitere Verbotszonen sind das komplette Hafengebiet sowie der Flughafen im Umkreis von 1,5 Kilometern. In Hildesheim, Lüneburg, Celle, Hameln und Wolfenbüttel gibt es jeweils ein Feuerwerksverbot für die Altstadt.Tübingen untersagt bereits seit 2009 das Zünden von Raketen und Feuerwerk in der Altstadt. In Brandenburg gab es zwei Tote durch Silvester-Böller. In Straubing gilt ein Böller-Verbot in der Innenstadt. In Nürnberg ist rund um die Burg, in München am Schloss Nymphenburg, in Bamberg auf dem Bamberger Domplatz, in Würzburg auf dem Residenzplatz, in Landshut auf Burg Trausnitz und in Burghausen an der Burg das Zünden von Feuerwerkskörpern nicht erlaubt.

Bundesweit ist seit Ende 2009 das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten.

Die Feuerwerke könnten von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren organisiert werden. Möglich sei auch die Einrichtung von Gebieten, in denen privat geböllert werden dürfe.

Feuerwerksböller setzen laut DUH innerhalb weniger Stunden zum Jahreswechsel circa 5000 Tonnen Feinstaub frei. Der aus Feuerwerkskörpern stammende Feinstaub ist besonders giftig, sodass seine negativen gesundheitlichen Auswirkungen deutlich höher sind als bei anderen Feinstaubquellen. Die Menge des in diesen wenigen Stunden um den Jahreswechsel freigesetzten Feinstaubs entspricht etwa 16 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. 

In Schweden dürfen Normalbürger schon ab dem Jahreswechsel 2019/2020 nicht mehr zur klassischen Silvester-Rakete greifen.

In Australien ist das Zünden privater Feuerwerkskörper verboten. Die Städte organisieren das Knall-Spektakel selbst. Das funktioniert ganz gut. Es gibt kaum Schäden oder Verletzungen.‘‘

56 Städte und Gemeinden in den Niederlanden verboten bereits 2015  das private Silvesterfeuerwerk.  Laut der niederländischen Presse ist privates Feuerwerk an Silvester unter anderem in diesen Städten verboten: auf den Nordsee-Inseln Terschelling und Schiermonnikoog und unter anderem in den Städten Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Leiden, Noordwijk, Castricum, Alkmaar, Vlissingen, Maasdriel, Amersfoort, Zeewolde, Raalte, Groningen, Doetinchem und Goes. 

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