Stammtischsprüche kontern - schlagfertig und wirkungsvoll

Vortrag von Professor Hufer am 5.5. in Xanten

Populistische Sätze beginnen häufig mit "die": die Ausländer, die Politiker, die Presse.  Oft will man reagieren, aber es fällt einem nichts Passendes ein. Welche Argumente können bei populistischen Sprüchen entgegengesetzt werden?

Prof. Hufer

Um diese Fragen ging es in einem interaktiven Vortrag von Professor Hufer, zu dem die Xantener Grünen am 5. Mai eingeladen hatten. Der Saal bei San Marino in Lüttingen passt für 40 Personen - 39 hatten sich angemeldet.

Professor Klaus-Peter Hufer hat schon vor 25 Jahren ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen entwickelt. Das Training soll die Zuhörer in die Lage versetzen, zu reagieren, wenn z.B. behauptet wird, dass die Ausländer uns Arbeitsplätze oder Zahnarzttermine wegnehmen oder es immer schon Klimaveränderungen gegeben habe. Hufer: "Schweigen ist Zustimmung. Demokratie, das bist Du!"

Sein Training wird inzwischen jedes Jahr etwa 1000 Mal im deutschsprachigen Raum durchgeführt, von ihm und anderen Dozenten, die er ausgebildet hat.

Das Xantener Publikum bekam Hufer als Referenten, das Original. Das Handelsblatt" schrieb kürzlich über ihn: "Er sieht aus wie Albert Einstein". Die Besucher wurden humorvoll und teils provokativ zur Diskussion und zu Rollenspielen eingeladen. Sie nahmen unter anderen mit: es geht nicht darum, die Verschwörungserzähler oder Rassisten zu überzeugen - Ziel einer Gegenrede sind die übrigen Zuhörer.

Denn Schweigen ist Zustimmung.

10 Tips zum Umgang mit populistischen Parolen

  1. Tappen Sie nicht in die Komplexitätsfalle. Vermeiden Sie eine Argumentationsflut.
  2. Lehnen Sie Kategorisierungen ab, und versuchen Sie, Verallgemeinerungen aufzulösen. Es gibt kein „die“.
  3. Fordern Sie Ihren Gesprächspartner auf, beim Thema zu bleiben. Bleiben Sie auch selbst dabei.
  4. Suchen Sie in größeren Gesprächsrunden nach Verbündeten.
  5. Je nach Thema können Sie versuchen, eine Brücke zu bauen.
  6. Arbeiten Sie mit Ironie, aber nicht mit Zynismus.
  7. Fragen Sie immer weiter – bis zur letzten Konsequenz.
  8. Lassen Sie sich nicht in endlose Diskussionen verwickeln.
  9. Seien Sie sich dessen bewusst, dass ein Gespräch nie wirklich zu Ende ist, wenn es formal beendet wurde.
  10. Seien Sie gelassen: Sie alleine können zwar die Welt nicht ändern, aber Sie sind nicht alleine – viele denken so wie Sie.

 

Während des Vortrags am 5. Mai 2026 in Xanten